Donnerstag, 6. Dezember 2012

Präsens oder Präteritum?

Eine Frage, die ich mir schon öfter gestellt habe. Gerade jetzt, wo ich das neue Kapitel für Sinuva hochgeladen habe, ist mir mal wieder aufgefallen, wie unterschiedlich die beiden Zeiten sich doch anfühlen - sowohl schreibender- als auch lesenderweise. Früher hab ich ganz normal automatisch im Präteritum geschrieben, denn es ist nunmal die Zeitform, die am häufigsten in Romanen, Berichten o.ä. verwendet wird. So schreibt man in der Schule in Aufsätzen und so kennt man es schlicht und einfach. Als ich ganz am Anfang auf ff.de war, bin ich nur über sehr wenige Geschichten im Präsens gestolpert (wenn überhaupt über welche). Das kam dann erst mit der Zeit, dass da immer mehr Stories zu finden waren, die diese eher unübliche Form benutzen. Und ich wusste am Anfang noch nicht so recht, ob es mir gefallen soll oder nicht *lol* aber dann... ja dann... ich denke, man muss eben einfach nur die richtigen Geschichten lesen, dann kann man sich in ALLES verlieben. Ich weiß nicht mehr, wie die Geschichte hieß, weiß nicht mal mehr, welches Fandom es war, aber ich weiß noch, dass ich es geliebt habe sie zu lesen.

Und dann habe ich es selbst mal probiert. Zunächst in meinen ersten Drabbles, für die mir diese Form nahezu perfekt schien. Dann kam die erste "richtige" Geschichte, die ich im Präsens geschrieben habe und mittlerweile schreibe ich ziemlich viel im Präsens. Die Oneshots, die ich am Laufen hab, sind eigentlich ausschließlich in der Gegenwartsform und ich hatte fast schon das Gefühl für die Vergangenheit verloren. Irgendwie hat es mir einfach mehr Spaß gemacht im Präsens - es wirkte immer so, als wäre man wirklich mittendrin, als würde man es in genau diesem Moment erleben und komischerweise (aber der Eindruck mag mich durchaus täuschen) hatte ich immer das Gefühl, dass man "peppiger" formulieren kann im Präsens. Das mag nun wirklich Einbildung sein, aber zumindest kam es mir so vor.

Dann... was hab ich da auf einmal gesehen? Stormy hatte angefangen im Präsens zu schreiben und ich war hin und weg. Ich hatte wieder dieses Gefühl, dass ich direkt in die Story geworfen wurde und das ist immer noch einer der ganz, ganz großen Vorteile dieser Zeitform, finde ich. Andererseits hört man auch relativ häufig die Kritik, dass Präsens nicht so das tollste ist zum Erzählen. Wirklich begründet werden kann das allerdings nicht, denn es ist -wie so vieles- schlicht und ergreifend Geschmackssache. Entweder mag man es oder nicht. Ich für meinen Teil liebe es, aber warum ich dann ausgerechnet bei Sinuva zum Präteritum zurückfinde, kann ich mir selbst nicht wirklich erklären. Es hat sich einfach... richtig so angefühlt. Kennt ihr das?

Nun denn... es macht jedenfalls auch sehr großen, mal wieder in dieser doch sehr vertrauten Zeitform zu schreiben und ich hoffe, dass ich diesbezüglich nicht aus der Übung bin *hehe* jetzt werde ich noch ein bisschen weiter tippseln und mich dann auch schon relativ früh ins Bett verkrümeln. War n langer Tag *ächz* Euch allen noch einen wunderschönen Abend! :-)

2 Kommentare:

  1. Du, ich glaube, das hängt ganz stark von der Geschichte ab und der Perspektive, aus der man schreibt, und mit der Textart. Wie du bereits gesagt hast: Bei Drabbles z.B. ist Präsens einfach perfekt. Bei vielen Ich-Geschichten ist es ebenfalls spitze. Das Präteritum eignet sich am besten für Geschichten die von einem personalen Er-/Sie-Erzähler oder einem Allwissenden Erzähler erzählt werden. Wenn man das Präteritum für die Ich-Perspektive benutzt, nimmt es immer ein bisschen die Spannung raus, weil man weiß, der Hauptcharakter (= Ich-Erzähler - meistens, zumindest) überlebt sowieso, schließlich kann er das alles ja hinterher ja noch erzählen (Präteritum = Vergangenheit). Präsens ist wirklich wesentlich direkter und unmittelbarer, all das, was in der Geschichte passiert, passiert jetzt.

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  2. Stimmt, da hast du Recht... ich hatte ja vorher ein paar (hust) AC Stories online und in zwei von ihnen hat das Präsens perfekt gepasst - beim Rest hätte ich es mir null vorstellen können, einfach, weil es von der Stimmung her nicht gepasst hätte. Also das ist wohl wirklich so, es kommt ganz auf die Story und die Hintergründe an. Ich denke, bei Sinuva werd ich z.B. nen interessanten Mix finden können, der auch nicht fehl am Platz wirken wird (so hoffe ich *lol*). Hach Gott, es ist einfach spannend, da so n bisschen herum zu experimentieren :) Aber stimmt, es bleibt Fakt, dass Präsens einfach direkter ist und man schneller das Gefühl hat mittendrin zu sein... ich denke, deswegen hab ich mich der Form eine zeitlang auch bevorzugt bedient... aber das Präteritum macht mir gerade auch mal wieder so richtig viel Spaß :)

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